Zielsetzung
Unter dem Dach
des Interdisziplinären Zentrums „Alte Welt“ wollen die beteiligten
altertumswissenschaftlichen Fächer und ihnen nahestehende Disziplinen ihre
Kompetenz koordinieren, bündeln und weiterentwickeln. Es soll versucht werden,
aus der Kooperation der Fächer, die teils textliche Quellen, teils die
materielle Hinterlassenschaft in den Vordergrund stellen, inhaltlich wie
methodisch neue Impulse für Forschung und Lehre zu gewinnen.
Inhaltliche Schwerpunkte
Drei
inhaltliche Schwerpunkte, zu denen jeweils mehrere Fächer beitragen, stehen in
Forschung und Lehre im Vordergrund:
- Antikes
Menschenbild
Hier geht es um
die grundlegende Frage, welches Bild sich der antike Mensch von sich selbst und
von anderen macht. Dabei kommen notwendigerweise Rezeption und Nachleben der
Antike in den Blick. Das Menschenbild des Altertums, wie es sich in Literatur,
Philosophie und bildender Kunst spiegelt, wirkte über Renaissance und
Klassizismus bis in die Moderne, beeinflußt damit auch moderne Lebenswelt.
Behandelt
werden unter diesen Voraussetzungen: 1) Fremde; Gegner, Außenseiter, 2)
Instrumentalisierung von Klischees, 3) Portrait und Selbstinszenierung, 4) Bild
der Frau, 4) der Mensch im Bild des Rechts.
- Kulturkontakt
und Kulturaustausch zwischen Griechenland und dem Vorderen Orient
Die antike
mediterrane Kultur entwickelt sich nicht aus der Isolation, sondern aus der
Kommunikation der Kulturgruppen der Alten Welt. Die Begegnung Europas mit den
Hochkulturen des Ostens, die sich in mehreren Etappen vollzog, führte in der
Symbiose erst zur Genese griechisch-römischer, und damit letztlich
abendländischer Kultur.
Folgende Themen
stehen im Vordergrund: 1) Mykenisches Griechenland und der Vordere Orient (1600
– 1200 Jh. v. Chr.), 2) Orientalisierung des Mittelmeerraumes (9. – 7. Jh.. v.
Chr.), 3) Griechen und Iraner im Umfeld des Vorderen Orients und der Levante (6.
– 4. Jh. v. Chr.), 4) der Vordere Orient im Spiegel griechischer und anderer
Schriftzeugnisse (ab 5. Jh. v. Chr.).
-
Lebensbewältigung in christlichen und paganen Texten der Kaiserzeit und der
Spätantike
Im Mittelpunkt
steht die Erforschung von Mentalität und Geistesleben der Kaiserzeit und der
Spätantike. Es soll der Versuch unternommen werden, pagane und christliche
Zeugnisse nicht isoliert zu betrachten sondern das Wechselspiel beider
Traditionen sichtbar zu machen und so zu einem facettenreicheren Gesamtbild zu
gelangen.
Die drei
Schwerpunkte bilden den Rahmen für Forschungsarbeiten der Mitglieder des
Interdisziplinären Zentrums "Alte Welt", geben das inhaltliche und methodische
Gerüst von Lehrveranstaltungen vor und bestimmen auch das Vortragsprogramm der
beteiligten Institute.
Zu den
genannten Schwerpunkten tritt noch ein stärker auf die Lehre hin ausgerichteter
Studienschwerpunkt: Wissenstransfer „Antike Welt – Moderne Welt“
Unter diesem
Oberbegriff werden über Vorlesungen, Seminare und Übungen hinaus Ergebnisse der
interdisziplinären Forschungen einer breiteren, auch außeruniversitären
Öffentlichkeit zugänglich gemacht.
Die vorhandenen
Infrastrukturen, d.h. die Sammlungen des Instituts für Klassische Archäologie
wie der Ur- und Frühgeschichte, werden genutzt, um entsprechende
Ausstellungsvorhaben zu initiieren.